THE YIN AND YANG OF POSITIVE REINFORCEMENT TRAINING 

Das Yin und Yang beim Training mit positiver Verstärkung 

Von Tim Sullivan

Copyright  Tim Sullivan  TJSULLIV@BrookfieldZoo.org

 

Der Titel dieses Artikel mag einigen von euch etwas seltsam vorkommen. Wie und warum sollte ich denn einen Vergleich zwischen einem philosophischen Prinzip wie Yin und Yang und Tiertraining herstellen? Nun, der Auslöser dafür war, dass einer meiner Mentoren in mir eine plötzliche Erkenntnis weckte, die mir half, eine Frage zu verstehen, die ich schon seit Jahren ungelöst mit mir herumtrug. Dieser besondere "Geistesblitz" war anders als die, die ich in meiner bisherigen Karriere erlebt hatte. Die Meisten von euch haben sicher selbst schon einmal solche erleuchtenden Momente erlebt, zum Beispiel, wenn euch jemand ein schwieriges operantes Konzept auf so eine einfache Art erklärt hat, dass es sofort und zum ersten Mal absolut klar für euch war.

Diese besondere Erkenntnis war einfach besonders wichtig für mich, da sie definitiv die Art verändern sollte, wie ich die Aufgabe meines Jobs ansah und auf ganz besondere Weise meine ganze Trainingsphilosophie änderte. Der Grund für meinen Text ist also, auch bei einigen von euch diesen Funken der Erkenntnis zu entfachen. Möglicherweise habt ihr vorher noch nie über eine ganz bestimmte An-Sicht im Prozess der positiven Verstärkung nachgedacht und dazu möchte ich euch hiermit anregen.

Im Laufe meiner Karriere habe ich mich oft darüber gewundert, warum manche Tiere immer enthusiastisch auf das Training reagieren und andere nicht. Alle diese Tiere wurden doch mit positiver Verstärkung trainiert, warum also waren manche Tiere einfach weniger damit zu motivieren? Ich glaube, meine Unfähigkeit, diese Phänomen schon früher zu verstehen, lag einfach an der Tatsache, das ich die Positive Verstärkung an sich als Allheilmittel ansah. Bewaffnet mit einem Eimer Fischen, einer Pfeife und einem Target konnte ich ja keinen Schaden anrichten und sicherlich war ich mit diesem Gefühl von Zufriedenheit nicht alleine. Überall auf der ganzen Welt tun moderne Trainer stolz kund, dass sie sich der positiven Verstärkung bedienen. Dieser Stolz ist berechtigt, weil die Vorteile der positiven Verstärkung mittlerweile umfassend wahrgenommen werden und diese Methode die ethische Hochform unserer Aufgabe ist, Tiere zu trainieren. Obwohl positive Verstärkung die beste aller Konsequenzen ist, können Trainer nicht allein mit dieser Methode lehren - und Tiere nicht allein mit ihr lernen. Der kluge Trainer kennt das empfindliche Gleichgewicht der Konsequenzen, die das Lernen beeinflussen: Das Gute und das Schlechte, das Yin und das Yang.

Vor Tausenden von Jahren versuchten chinesische Philosophen, Ordnung in einem komplexen Universum zu finden. Sie erkannten, das die Natur sich in Gruppen von gegenseitigen Abhängigkeiten, aber gegensächlichen Konzepten, wie etwa Tag und Nacht, heiß und kalt, weich und hart gruppierte. Also eine Dualität, in der ein Konzept nicht ohne das andere existieren konnte und Ordnung nur dann vorhanden war, wenn sich beide Seiten im Gleichgewicht befanden. Aus diesem Verständnis heraus entwickelte sich die Philosophie des Yin und Yang. Wir im Westen neigen dazu die Dinge nur als "Schwarz" oder "weiß" , als "richtig" oder "falsch" zu sehen. Aus unserer westlichen Perspektive betrachtet man die Dinge meist getrennt und ohne Beziehung zueinander, wohingegen die Gegensätzlichkeit in der chinesischen Denkweise als Entwicklung und Kreislauf gesehen wird. Es gibt dabei kein Falsch oder Richtig. Anstelle dessen steht das Gleichgewicht im Vordergrund, die Umwandlung, die Interaktion und der abhängige Gegensatz. Das Wort "Gleichgewicht" sollte hier nicht im Sinne von "der Messung entsprechend gleich" missverstanden werden, sondern als richtiges Maß von Yin und Yang, um im gegebenen Zustand Ordnung und Funktion zu schaffen.

Diese Eigenschaften und Vorgänge sind auch in den Konsequenzen (der Operanten Konditionierung) vorhanden, die Verhalten kontrollieren und, sofern sie richtig verstanden und angewandt werden, verbessern sie das Tiertraining. Einfach ausgedrückt, Tiere zeigen aus einem von zwei Gründen Verhalten: um ein gewünschtes Ergebnis zu erzielen oder um ein unerwünschtes Ergebnis zu vermeiden. Diese beiden Grundmotivationen sind der Motor für die meisten Verhalten. Operante Wissenschaftler gehen sogar noch weiter. Sie unterteilen diese breiten Kategorien und definieren noch deutlichere Konsequenzen: Zwei Konsequenzen, die die Häufigkeit des Verhaltens verringern ( + Strafe ) ( - Strafe ) und zwei, die veranlassen, dass sich das Verhalten steigert. (+ Verstärkung ) ( - Verstärkung ) Diese vier verschiedenen Konsequenzen können auch in erwünschte und unerwünschte Ereignisse gruppiert werden. Positive Strafe, negative Strafe and negative Verstärkung können als unerwünschte Ereignisse verstanden werden. Die positive Verstärkung steht alleine in der Spalte "Erwünschte Verhalten". Dies ist natürlich der Grund, warum wir alle diese Form der Motivation wählen, um unsere Tiere zu trainieren.

Moderne Trainer benutzen positive Verstärkung, um die Häufigkeit von erwünschtem Verhalten zu steigern, um unsere Traineraufgabe vorwärts zu bringen und die Fürsorge und das Wohlbefinden der Tiere zu erhöhen. Shaping, der Prozess der Verstärkung von Schrittweiser Annäherung, ermöglicht es uns Trainern, die Trainingsziele zu erreichen. Der Shaping-Prozess ist es, in dem das Konzept von Yin and Yang relevant wird. Das operante Prinzip der unterschiedlichen Verstärkung ist das Herzstück des Shaping-Prozesses und letztendlich des Lernens des Tieres. Die differenzierte Verstärkung ist, wie man weiß, der Akt, richtige Reaktionen zu verstärken, während nicht richtige NICHT verstärkt werden. Das Tier lernt, "Richtiges" von "Falschem" zu unterscheiden oder welche Reaktion Verstärkung erfährt und welche nicht. Schon bald entfaltet der Shaping-Prozess seine Magie und das Tier hat ein neues Verhalten erlernt: Ein weiterer Sieg der positiven Verstärkung. Sind wir da sicher?

Positive Verstärkung (das Yin) hat sicherlich dazu geführt, das richtiges Verhalten zu vermehren. Aber was ist die Bedeutung all dieses inkorrekten Verhaltens? Nun, Skinner lehrte uns, dass diese falschen Reaktionen durch Zurückhalten der Verstärkung vermindert würden und sogar ganz erlöschen (was man Extinktion nennt) (das Yang). Dies macht natürlich absolut Sinn, da wir annehmen, dass Tiere, wie auch wir Menschen, Misserfolge und Fehler vermeiden wollen und sich so verhalten, das sie erfolgreich sind. Wenn wir nun den nächsten Hinweis geben, erwarten wir von unserem Tier, richtig zu reagieren, da es ja in den Genuss der Verstärkung gelangen will. Jedoch, ist es nicht genauso möglich, dass das Tier richtig reagiert oder überhaupt reagiert, nur um Misserfolg zu vermeiden? Es wäre schön, wenn wir unser Tier einfach fragen könnten, warum es sich so verhält; leider ist dies aber nicht möglich. Vielleicht könnte man aber versuchen, mehr Einsicht in diese Frage zu bekommen, indem wir ein Tier ( Trainee ) fragen, das sprechen kann, eben ein Kind.

Das Tolle an Kindern ist, das sie oft brutal ehrlich sind. Und genau auf diese Tatsache zählte ich, als ich die Edgewood-Grundschule in einem Vorort von Chicago aufsuchte. Frau Maureen Pacana, eine Lehrerin der 5. Klasse in Edgewood, war so freundlich, mir den Kontakt zu ihren Schülern zu ermöglichen. Ich bat Frau Pacana, mir die Schüler zu schicken, die gut waren in ihrer Klasse - Kinder mit durchschnittlichen Noten oder besser. Diese "guten" Schüler würde am besten die Situation widerspiegeln, die wir als Trainer von Tieren erfahren, die wir als gut mitarbeitend erleben. Ich plante, jeden dieser Schüler einzeln zu fragen, warum sie ihre Hausaufgaben machten und warum sie für Klassenarbeiten lernten. Wissend, das in diesem Lernumfeld, wie auch in unseren eigenen Trainingssessions, zwei Motivationen gegenwärtig sind: Das Erlangen erstrebenswerter Ergebnisse wie etwa gute Noten, Erfolg oder Lob oder das Vermeiden von unerwünschten Ergebnissen wie schlechte Noten, Misserfolg und Missbilligung. Nacheinander kamen die Kinder in den Raum, in dem ich war und antworteten prompt auf meine zwei Fragen. Sehr schnell lernte ich, was diese Kinder wirklich motivierte, das zu leisten, was täglich gefordert wurde. Von 20 Schülern, die ich befragte, sagten 8, dass sie Hausaufgaben machten und für Klassenarbeiten lernten, weil sie gute Noten bekommen wollten. 7 Kinder gaben an, dass sie Ärger vermeiden und keine schlechten Noten bekommen wollten. Die übriggebliebenen 5 Schüler waren geteilt in ihren Antworten zu den beiden Fragen.

Wie ich vermutet hatte, waren alle diese Kinder für ihre Lehrerin von außen betrachtet Dasselbe, nämlich gute Schüler. Aber von innen betrachtet waren sie sehr verschieden, denn sie erbrachten ihre Leistungen aus unterschiedlichen Gründen: Yin oder Yang. Nun stellt sich die Frage: Warum sollen uns die Gründe interessieren, warum ein Kinder oder ein Tier sich dazu entscheidet, eine Aufgabe zu lösen oder ein Verhalten zu erbringen? Ist es nicht gut genug, dass sie sich einfach nur richtig verhalten und das wir ihnen positive Verstärkung anbieten für ihre Bemühungen? Für manche Lehrer und manche Trainer ist das genug. Ich aber glaube, dass wir eine größere Verpflichtung für unsere Tiere haben als uns nur damit zu begnügen, dass sie das erwünschte Verhalten zeigen, das wir von ihnen gefordert haben. Training wie auch Lehren hat sehr viel damit zu tun, die Einstellung des Tieres zum Lernen zu entwickeln und zu fördern. Ich glaube sogar, dass dieses Gebiet des Trainingsprozesses die größte Aufmerksamkeit des Trainers erfordert. Für den Schüler und natürlich auch das Tier, der bzw. das Leistungen erbringt, um unerwünschte Konsequenzen zu vermeiden, ist die Einstellung zum Lernen oft weitaus weniger positiv. Woher ich das weiß? Ich selbst war einer dieser Schüler. Als Kind hatte ich nie Spaß am Lernen, ich ging nur zur Schule, weil ich es musste. Natürlich verstärkten mich meine damaligen Lehrer, wenn ich gute Leistungen erbrachte, aber da ich auch eine Vielzahl an Erfahrungen mit schulischen Misserfolgen gemacht hatte, war meine Angst zu versagen mein primärer Motivator. Letztendlich lernte ich zwar schon, aber weil ein großes Ungleichgewicht zwischen Misserfolgen und Erfolgen bestand, tat ich dies ohne positive Einstellung dem Lernen gegenüber.

Unsere Tiere können uns zwar nicht mit Worten sagen, wie sie das Lernen empfinden, sie kommunizieren ihre Haltung dem Lernprozess gegenüber jedoch sehr häufig auf unterschwellige Art. Es gibt einige Fragen, die sich ein Trainer stellen kann, welche ihm dabei helfen, die Einstellung des Tieres zum Lernen zu begreifen. Wartet das Tier am Anfang der Session schon auf mich oder lässt es sich besonders viel Zeit aufzutauchen? Reagiert es auf Hinweise enthusiastisch oder ist es eher schwerfällig im Befolgen? Reagiert es auf den Clicker / Pfeife / Bridge energisch und lebhaft und kommt sofort in die Position zurück oder lässt es sich dabei Zeit und wirkt gleichgültig, wenn es Verstärker erhält? Kommt das Tier, wenn es einen Fehler macht, schnell zurück und versucht es noch einmal oder "schmollt" es und sperrt sich, bevor es wiederkommt? Übertrifft es eher die Kriterien oder mogelt es sich so durch? Selbst wenn dies nicht immer hundertprozentig und ausschließlich der Fall ist, wenn auf die meisten Fragen letztere Antworten zutreffen, hat das Tier möglicherweise während des Trainings ein ungutes Gleichgewicht zwischen Misserfolg und Erfolg erfahren.

Es wäre naiv oder unverantwortlich zu glauben, dass die Einstellung eines Tieres zum Lernen eine unveränderbare Tatsache seines Wesens ist. Einstellungen entwickeln sich schon früh und sind ein Resultat von jeder einzelnen Erfahrung, die das Tier macht. Bereits zum Zeitpunkt der Geburt oder vielleicht sogar schon davor sammelt jedes Tier Erfahrungen: ein Protokoll sowohl von erwünschten als auch von unerwünschten Erlebnissen. Sie beginnen, die Zusammenhänge zwischen den oben erwähnten Konsequenzen zu begreifen, da die eine die andere definiert: dem Yin und dem Yang. Sie beginnen ebenso zu erkennen, wie IHR Verhalten oft das Ergebnis eines Ereignisses beeinflussen kann. SIE LERNEN! Dieser natürliche Prozess verändert sich jedoch, sobald Training stattfindet. Die Verantwortung, die Einstellung des Tieres zu diesem speziellen Lernprozess zu entwickeln und zu fördern, obliegt nun einzig und allein dem Trainer. Wir kenn alle das Kredo der Trainer: "SORGE IMMER DAFÜR, DASS DEIN TIER ERFOLGREICH SEIN KANN!!!" Dies ist nicht falsch zu verstehen, denn es soll nicht heißen, dass es einem einfach nur gelingen soll, das Endverhalten zu konditionieren. Diese Aussage bedeutet, dass ein Trainer bei jedem kleinen Schritt, bei jeder kleinen Annäherung an das Zielverhalten und in jedem gefordertem Verhalten nach Erfolg streben sollte. Obwohl Misserfolg ein Teil des Shaping-Prozesses ist, muss der Trainer versuchen, die Misserfolge auf ein striktes Minimum zu reduzieren. Der Erfolg sollte den Misserfolg deutlich übertreffen - eben ein ausgewogenes Yin und Yang.

Um eine positive Lernhaltung des Tieres zu entwickeln und aufrecht zu erhalten, muss ein Trainer zuerst erkennen, das eine gute Einstellung wesentlich für den Trainingsverlauf ist. Dies bedeutet, dass sich der Trainer um das gesamte Lernerlebnis des Tieres sorgt und es als genauso wichtig, wenn nicht noch wichtiger erachtet wie das angestrebte Zielverhalten. Es muss immer wieder betont werden, dass kein einzelnes Verhalten jemals den Erfolg eines Trainingsprogramms definiert oder jemals definieren wird. Für das Wohlbefinden des Tieres und den Erfolg des gesamten Trainingsprogramms ist es besser, wenn ein Trainer sich nicht auf das Zielverhalten konzentriert und sich stattdessen mehr darauf konzentriert, eine positive Lernerfahrung zu gestalten und aufrecht zu erhalten. Wenn ein Trainer eine Umgebung schafft, in der dem Tier das Lernen Spaß macht, lässt sich Verhalten mit mehr Leichtigkeit erreichen. Auf diese Weise kann das Verhaltensrepertoire eines Tieres ohne Nebenwirkungen wachsen und das Trainingsprogramm verläuft erfolgreich. Ein fürsorglicher, besonnener Trainer kann vieles tun, um ein gutes Lernerlebnis für sein Tier zu gewährleisten. Einem besonnenen Trainer ist die Geschwindigkeit des Lernvorgangs nicht wichtig. Ihm ist es lediglich wichtig, Erfolg zu erzeugen, indem er mit dem Tier im größtmöglichen Maß kommuniziert. Dies beginnt natürlich, wie wir wissen, immer mit einem detaillierten Shaping-Plan. Training ist nicht Golfspielen! Nicht der Trainer, der mit den wenigsten Schritten zum Ziel gelangt, gewinnt das Spiel. Ein guter Shaping-Plan enthält so viele kleine Schritte wie nötig sind, um dem Tier deutlich klarzumachen, was das Ziel des Trainers ist. Ein Schritt sollte nahtlos und logisch zum nächsten Schritt führen.

Ein Hauptziel des Trainers ist es immer, den Erfolg zu maximieren, indem er Misserfolge und Fehler minimiert. Wenn Fehler auftauchen, sollte der Trainer erst bei sich selbst nach dem Problem und seiner Lösung suchen. Ein verantwortungsvoller Trainer ist niemals geizig mit Verstärkern; er sorgt stets für ein hohes Maß und eine große Vielfalt an Verstärkern. Ein verantwortungsvoller Trainer lässt niemals zu, dass ihm sein Ego beim Training in die Quere kommt; er erfährt Stolz durch das, was das Tier erreicht, nicht er selbst. Ein gewissenhafter Trainer weiß, das sogar der erfahrenste Trainer immer noch etwas dazulernen und seine Fähigkeiten stets verbessern kann. Ein besonnener Trainer misst den Erfolg nicht an dem einzelnen Gelernten, sondern an der gesamten Qualität der Lernerfahrung. Trainingsleiter haben eine noch schwierigere und kritische Verantwortung, nämlich die Qualität der Lernerfahrung des Tieres und seines Trainers sicherzustellen. Leiter müssen Verhalten mit genau der richtigen Menge an Komplexität auswählen und bestimmen, um jedem Trainer die Möglichkeit zu geben daran zu wachsen, jedoch nicht auf Kosten der Tiere, die sie trainieren. Ein lernender Trainer macht, ganz so wie das lernende Tier, Fehler, aus denen er wiederum lernt. Es ist Aufgabe des Leiters, das richtige Gleichgewicht zwischen Erfolg und Misserfolg zu schaffen und zu sichern.

Das Konzept von Yin und Yang steht für das Gleichgewicht und die Harmonie zwischen den gegensätzlichen Kräften der Natur. Unsere Tiere machen ihr ganzes Leben lang angenehme und unangenehme Erfahrungen und viele dieser Erfahrungen entziehen sich unserer Kontrolle. Aber wenn wir beginnen, Tiere zu trainieren, kann sich dies dramatisch ändern. Nun hat der Trainer die Macht und Verantwortung, Gleichgewicht und Harmonie in den Trainingsprozess einzubringen. Es heißt, dass man einen guten Lehrer daran erkennt, dass er gute Schüler schafft, nicht nur gute Unterrichtsstunden. Dasselbe gilt auch für Tiertrainer, denn die Verdienste eines guten Trainers sind deutlich in einem Tier ersichtlich, das Spaß am Lernen hat. Bitte, zum Wohle der Tiere, seid gute, verantwortungsvolle Trainer!

Über den Autor : Tim Sullivan, war die letzten 23 Jahre am Brookfield Zoo tätig. Er verbrachte 13 Jahre als Betreuer des "Seven Seas Panorama Training" und kümmerte sich um die Delfine, Walrosse , Seelöwen und Otter des Zoos. 1997 wurde Tim gebeten, das derzeit gültige Verhaltensmanagement für den geschützten Kontakt mit Elefanten für das Pachyderm Department zu entwickeln. Tim war in der Lage, Trainingstechniken der positiven Verstärkung erfolgreich anzuwenden, um die Versorgung der Elefanten, Rhinozerosse und Flusspferde zu verbessern. 1998 wurde ihm seine derzeitige Position als Manager für Verhalten und Zucht des Zoos angeboten. Tims Hauptaufgabe besteht darin, das Tiertraining und die heute in Zoos übliche Umweltbereicherung der gefangenen Tiere zu verwalten. Des weiteren leitet er die wissenschaftlichen Untersuchungen und Programme. Tim ist sehr aktiv in internationalen Tiertraining-Organisationen. Er war einer der Mitbegründer der Animal Behavior Management Alliance (ABMA), deren Vorsitzender er war und war darüber hinaus im Gremium der International Marine Animal Trainers Association (IMATA) vertreten.

Übersetzt von Antje Lücke antjel@debitel.net  und Christiane Müller kunterbunt@wundsam-rs.de 

copyright der Übersetzung  Tim Sullivan TJSULLIV@BrookfieldZoo.org